Kinder sind keine Einheitsware, sondern Menschen mit unterschiedlichsten Ausprägungen an Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie wir Erwachsene auch. Die Kinder haben es verdient, dass wir ihre Stärken fördern und ihre Schwächen abbauen in einem vielschichtigen und flächendeckenden Schulsystem mit allen Schulformen.
Daher wurde in der Koalitionsvereinbarung ausdrücklich festgehalten:
„Die Koalition trägt dem Elternwillen nach einem vielfältigen Schulsystem Rechnung. Wir werden keine Schulform abschaffen, die von den Eltern vor Ort akzeptiert wird. Daher werden wir sowohl Schulen des gegliederten Schulwesens als auch Schulen, in denen länger gemeinsam gelernt wird, verlässlich ausstatten und ihnen pädagogische Weiterentwicklungen ermöglichen.“

Kleine Grundschulen im ländlichen Raum
Wir wollen gemäß dem Motto „kurze Beine, kurze Wege“ wie bereits in der Vergangenheit kleine Grundschulen im ländlichen Raum nach Möglichkeit erhalten. Wir setzen auf die bereits erfolgreich angewendeten Instrumente des jahrgangsübergreifenden Unterrichts und der Verbundlösungen.

Ein besonderes Augenmerk werden wir auf den Ausbau von Ganztagsangeboten richten und haben dazu mit dem Koalitionspartner vereinbart:
"Wir wollen durch eine Ausweitung des Ganztagsschulprogramms unsere Schulen dabei unterstützen, im Unterricht und darüber hinaus Kindern vielfältige Lernanregungen zu geben – mit Angeboten, die sie fördern, bereichern und ihr Interesse wecken. Gerade Kinder aus bildungsfernen Haushalten sind auf diese Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Bildungschancen besonders angewiesen. Qualitativ hochwertige Bildungs- und Betreuungsangebote sind zudem Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dieses Bedürfnis vieler Eltern endet nicht mit dem Übergang vom Kindergarten in die Schule. Unser „Pakt für den Nachmittag“ will eine Bildungs- und Betreuungsgarantie für Grundschulkinder verwirklichen. So leisten wir sowohl einen Beitrag für die bessere  Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Eltern, als auch für mehr Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe.
Gemeinsam mit den Kommunen wollen wir allen Eltern, die dies für ihre Grundschulkinder wollen oder für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf brauchen, ein verlässliches Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17.00 Uhr machen. Dafür sind wir als Land bereit, alle Grundschulen auf freiwilliger Basis in das Ganztagsschulprogramm des Landes aufzunehmen und an fünf Tagen in der Woche bis 14.30 Uhr unseren Beitrag für den „Pakt für den Nachmittag“ zu leisten. Im Gegenzug streben wir an, mit den Kommunen Vereinbarungen zu schließen, mit denen sie ihrerseits für den Zeitraum von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr und in den Schulferien verlässlich die weiteren Bildungs- und Betreuungsangebote derjenigen Kinder sicherstellen, deren Eltern dies wünschen. Vorhandene Träger bewährter Betreuungsangebote vor Ort sollen in die Konzeption einbezogen werden. Im Zusammenwirken von Land, Kommunen, Eltern und den bereits jetzt im Bereich der Betreuung aktiven Initiativen entsteht so eine bedarfsgerechte Bildungs- und Betreuungsgarantie für alle Grundschulkinder."
Für unseren Landkreis im ländlichen Raum sind diese Regelungen von besonderer Bedeutung, denn viele Eltern wollen die Wohnqualität in unserer Region nicht aufgeben, trotzdem ihre beruflichen Chancen jedoch wahren und auch wenn sie dafür jeden Tag aus dem Kreis auspendeln müssen.

Im Landkreis Limburg-Weilburg ist es mir als Vorsitzendem des Ausschusses Jugend, Schule und Bau gelungen, dafür zu sorgen, dass alle Schulformen flächendeckend, d.h. in erreichbarer Nähe zu den Wohnorten der Kinder erhalten blieben. Auch bereits totgesagte Schulformen wie die Hauptschule haben weiter ihre Daseinsberechtigung. An diesem flächendeckenden schulischen Angebot von hoher Qualität werden wir auf der Basis der positiven Ansätze der Landespolitik weiter arbeiten.
BILDUNGSGIPFEL
Der Bildungsgipfel der hessischen Landesregierung ist ein in dieser Form einzigartiges Instrument des Dialogs zwischen einer Landesregierung mit den in der Bildungspolitik Verantwortlichen Institutionen und Verbänden.
Dieses Forum hat seine Arbeit in den Arbeitsgruppen aufgenommen. Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Hans-Jürgen Irmer, führt dazu näher aus:
„ Mit der Konstituierung der Arbeitsgruppe zur Gestaltung von Schule nimmt die erste von insgesamt fünf Facharbeitsgruppen ihre verantwortungsvolle Arbeit auf. Die Landesregierung kommt somit zügig ihrem Versprechen nach einer Umsetzung entsprechender Rahmenbedingungen zur Ermöglichung des von den hessischen Schulgemeinden am vordringlichsten gewünschten Zieles einer dauerhaften und stabilen Übereinkunft zwischen den politischen Parteien und den an Schule beteiligten Akteuren nach. Die im Zuge der ergebnisoffenen und konstruktiven Debatte des Bildungsgipfels in der Auftaktveranstaltung vorgenommene Erweiterung der ursprünglich vorgesehenen vier Arbeitsgruppen um eine fünfte Arbeitsgruppe zur Lehrerbildung zeugt dabei auch von der hohen Bedeutung, die alle Teilnehmer der zentralen Frage nach einer bestmöglichen Ausbildung der Lehrkräfte beimessen. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Universität Gießen, Prof. Mukherjee, wird Wissenschaftsminister Boris Rhein die Arbeitsgruppe leit en und dadurch auch die unerlässliche Verzahnung der Beschlüsse des Bildungsgipfels mit den Universitäten gewährleisten“ kommentiert der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Hans-Jürgen Irmer, die Konstituierung der ersten von insgesamt fünf Arbeitsgruppen des Bildungsgipfels.
„Die Möglichkeit zur unmittelbaren Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger über eine Online-Plattform verdeutlicht überdies den besonders transparenten und dialogorientierten Charakter des Bildungsgipfels. Unter der Internet-Adresse www.bildungsgipfel-hessen.de können sich alle Interessierten mit eigenen Stellungnahmen direkt an den Diskussionen der einzelnen Facharbeitsgruppen beteiligen und dadurch die hessische Bildungspolitik der Zukunft mitgestalten. Die zentralen Fragestellungen und Herausforderungen der hessischen Bildungspolitik werden dadurch von Beginn an in einem breitestmöglich angelegten Dialogprozess diskutiert und entsprechend in die Arbeitsstrukturen und Aufgaben des Bildungsgipfels eingebunden. Auf diese Weise können für die Schulen jene Rahmenbedingungen geschaffen werden, die sich die Schulpraktiker vor Ort in Hessen seit Jahrzehnten am vordringlichsten wünschen: verläss liche und berechenbare Strukturen in der Schullandschaft, Planbarkeit und Berechenbarkeit im schulischen Alltag, eine pragmatische und fraktionsübergreifende Verständigung der politischen Akteure sowie einen stabilen und dauerhaften Schulfrieden in unserem Bundesland“, schließt Irmer seine Stellungnahme.
 
 
 

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